Techno ist synthetisch produzierte Tanzmusik im 4/4 takt.
Inspiriert wurden die meisten Techno-Pioniere durch die Düsseldorfer Gruppe „Kraftwerk“ in den 70ger Jahren. Hinzu kamen 1982 die Einflüsse von „Afrika Bambaata“ die ebenfalls das Gesicht des Techno zeichneten. Mit der Schweizer Formation „Yello“ kamen die Samples in den Techno und rundeten diese Musikrichtung zusehends ab. In Deutschland allerdings wurde der begriff Techno erst dingfest gemacht als Andreas Tomalla (Talla2xlc) unter dem Frankfurter Hauptbahnhof In einem Plattenladen arbeitete und elektronisch produzierte Schallplatten einen eigenen Begriff gab: Techno.
Die Geschichte des Technos beginnt Mitte der 80er Jahre in Detroit.
Zwar gab es auch vorher schon elektronische Klänge von Wegbereitern wie Kraftwerk, Jean-Michel Jarre oder auch New aber befassten diese sich eher mehr mit Synthiesounds oder lagen dem Pop bzw. EBM Bereich Nahe.
In Detroit kam der große Durchbruch als Radio DJ Charles Johnson mit seiner Sendung „The Electrifiying Mojo“ erste elektronische Musikstücke wie eben von Kraftwerk, New Order, The Clash u.a. spielte.
Dies löste eine Welle der Begeisterung für diesen Sound in Detroit aus. Kevin Saunderson, Derrick May und Juan Atkins nahmen sich dieser Musik an und formten daraus Ihr eigenes Bild von zeitgenössischer, mit Hardware produzierter Musik. Und schon blad kamen erste Erfolge.
Titel wie „No UFOs“ (Juan Atkins als Model 500), „Sounds of Stereo“, „Rock tot he Beat“ von Kevin Saunderson, “Lets go” von Derrick May sowie Tracks von Artists wie Eddie „Flashin“ Folwkes, Richard Davis oder auch Blake Baxter. Mit dieser neuen Art von Musik die diese Künstler kreiert haben, begann eine neue Ära in der Musikwelt.
Aber vorerst war es noch eine recht kleine übersichtliche Gemeinschaft, die sich dieser Musik hingab. Bald darauf folgte aber die sog. 2. Welle in Detroit die weitere, frische Künstler mit integrierte. U.a. wurden Carl Craig, Kenny Larkin, Jeff Mills, Joey Beltram und Underground Resistance auf Den Sound of Detroit aufmerksam und halfen dabei, ihn weiter zu festigen und ihm einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ungefähr zur gleichen Zeit, Mitte der 80er Jahre ging von Chicago eine andere Bewegung los, die sich bald mit dem Technosound aus Detroit vereinigen sollte. Man nannte diese Art von Musik Chicago House.
Nachdem der Chicagoer DJ Frankie Knuckles seit Ende der 70er Jahre das Warehouse mit einer Mischung aus Discosounds, Funkmusik und elektronischer Tanzmusik mischte, nannte man den Sound – bezogen auf die ekstatische Wirkung im Warehouse, that sound they play down the house, kurz Housemusic.
Schnell wollten junge Produzenten den neuen Klang aufnehmen und ihn weiter verfeinern. Leute wie Marshall Jefferson, Farly „Jackmaster“ Funk, Lil Louis oder auch Robert Owens erschufen eine neue Art von Discomusic die sich später auch hier in Europa wiederfand. Erst als Acid und Garage House und dann später mit zahlreichen weiteren Untersparten wie z.Bsp. Deephouse, Clubhouse, Tribalhouse usw.
Bei dem sog. second summer of love 1988 (in Anlehnung an den summer of love in den Staaten 1969) brach die ganze Techno und House Welle über Europa, beginnend mit England (und auch da schon Ibiza) herein. Man konzentrierte sich am Anfang erst einmal auf den Acidsound und feierte ihn frenetisch. Der Acidklang zeichnet sich dadurch aus, dass er eine gewisse Monotonie in dem Beatgerüst besitzt (im Gegensatz zu der bisher gängigen handgemachten Musik) und in Verbindung mit den Synthesizern wie dem Roland TR 303 oder 909 einen Effekt erzeugt, den man nirgends einordnen konnte und im weitesten Sinne mit dem Klang von Säure definieren konnte (daher der Name Acid). Zum Markenzeichen des Acidsounds wurde das Smileygesicht, welche die immer glücklichen feiernden Menschen wiederspiegeln sollte. Acid avancierte auch zum Synonym für Drogen wie LSD und Ecstasy, die die Leute aufpuschten und den Realitätszustand schwinden liesen.
Danach machte sich Anfang der 90er Jahre die Ravemusic über Europa breit. Mit schnelleren und härteren Beats dominierte diese Art von Techno den ersten Teil der 90er Jahre. Eine Besonderheit des Raves lag daran, dass man nun zu tausenden auf ein und der gleichen Veranstaltung zu dieser Musik feierte und tanzte. Vorher waren eher kleinere, familiäre Umgebungen Treffpunkt kleinerer Truppen von Feierwütigen.
In Deutschland kam der Technosound zum ersten Male Ende der 80er Jahre nach Frankfurt. Durch die eher amerikanisierten Clubs wie das Dorian Gray oder das Omen, kam auch schnell der Detroiter und Chicagoer Sound, gepaart mit der EBM Musik nach Deutschland. Erste deutsche DJs und Produzenten des Genres waren Sven Väth, Tall2XLC, Tanith, W.Jörg Henze, Marc Spoon u.a.
In den 2 großen Metropolen Berlin und Frankfurt integrierte man die neue Musik und entwickelte sie weiter. Nach der Wende wuchs Techno auch hier in Deutschland endgültig von einer kleinen Subjugendkultur zu einem Massenphänomen heran. Anlehnend an die Rave Parties wurden auch hier traditionelle Veranstaltung gegründet und gefestigt, wie z.b. der Loveparade oder der Mayday.
In der 2. Hälfte der 90er Jahre brach dann Techno auseinander zerfiel in weitere Genres, wie Trance, Hardcore, Dance, Drum ‚n‘ Bass u.w.
Durch die Kommerzialisierung Ende der 90er kam dann die Technomusik, gerade hier in Deutschland, in eine schwere Krise. Jeder erkannte die Chancen der Musik und wollte sie für sich nutzen. Die Loveparade und auch andere Großveranstaltungen wurden von großen Firmen gesponsert und im Fernsehen übertragen um noch mehr Menschen zu begeistern und den Profit derer, die sich daran beteiligen zu vergrößern. Zusätzlich kamen mit neuen technischen Errungenschaften wie kompletten PC-Software zum Produzieren von Musik, noch wesentlich mehr Produzenten die auf die schnelle das Geld wollten. Elektronische Musik wurde damit Massenkompatibel. In jedem Bereich der Musik und des Lebens tauchen die elektronischen Klänge nun auf.
Seit Anfang/Mitte des neuen Jahrtausends wurde eine weitere Art der elektronischen Musik aus dem Untergrund gezogen. Die sogenannte Minimalmusik auch Minimaltechno oder auch Minimalhouse genannt. Die Anfänge dieses Genres liegen in der Mitte der 90er Jahre als Produzenten wie Richie Hawtin (aka Plastikman u. F.U.S.E.), Moritz von Oswald und etwas später hier in Deutschland Wolfgang Voigt und Steve Bug der lauten und zum Teil überladenen Ravemusic etwas entgegensetzen wollten. Bei der Minimalmusik konzentriert man sich hauptsächlich auf den Beat und Bass konzentriert und baut um dieses Gebilde vorsichtige, meist in den Hintergrund gestellte Soundstrukturen, sodass man halt mit einem minimal Aufbau und Einbindung verschiedener Klang- und Instrumenteneinsatz dennoch zu einem tanzbaren Ergebnis führt.