Es gibt nicht viele DJ`s von diesem Schlag. DJ`s, die das Aufkommen von Techno ganz
zu Beginn der 90er miterlebt haben, DJ`s die von Anfang an Techno zu ihrem Ding
gemacht haben, DJ`s die vom Beginn weg an diese Musik geglaubt haben. DJ`s, die
ihren eigenen Stil gefunden haben, mehr noch, die ihn weiterentwickelt haben, DJ`s
eben, deren Namen für einen Sound stehen. Alex Bau ist einer davon. Und doch ist bei
diesem Kerl alles etwas anders, denn nur ein Ding, nur ein Style? Das war ihm immer
zu wenig. Warum nur Minimal? Warum nur Techno? Wenn man alles haben kann...
Woher kommt das? Aufgrund der Tatsache dass es bei Alex Bau in Sachen
Plattenauflegen eine Zeit „vor Techno“ gab? Tausende Platten zählt er in seiner
Sammlung, das prägt! Keine Frage. Noch immer macht er hin und wieder einfach aus
Spaß an der Sache Depeche Mode-Nights, seine Technoaktivitäten aber leiden darunter
in keiner Weise, im Gegenteil! Er erspielte sich über Jahre in seiner südostbayerischen
Heimat mit seinen 5- oder mehr-Stundensets in seinem Resident-Club „Libella“, wo z.B.
auch DJ Hell seinen ersten Resident-Job in den 80ern hatte, den Ruf eines DJ`s, der
genau weiß was er macht, der sein Handwerk versteht und von der Pike auf gelernt hat
- und der vor allem auch liebt was er tut, wie z.B. die damals erste und bis dato einzige
Technosendung der Region mit dem Namen „Überflieger“ auf einem Lokalradio. Nach
zahlreichen Gigs in allen Clubs seiner Heimat wurde 1998 die Zeit immer reifer für Alex,
sein Talent für das Erzeugen der richtigen Party auch überregional unter Beweis zu
stellen. Vor allem die Produktionen ab 1998 mit Sven Dedek unter dem Pseudonym
"Basic Implant", die zu diesem Zeitpunkt auf dem von Chris Liebing ins Leben gerufene
Label "Fine Audio Recordings" offenbar genau den Nerv der Technohörer trafen,
ermöglichten es Alex einen Schritt weiterzugehen, und zunächst nur in Deutschland
und Österreich, später dann aber auch international Erfahrungen hinter dem Mischpult
zu sammeln.
Veröffentlichungen auf Labels wie Parasound, auf dem die damals viel
beachtete "Phase Edit EP" mit einem Rework von diversen Nitzer Ebb Tracks auf breiter
Linie Beachtung und vor allem Käufer fand, Dave Angel`s "Rotation", Justin Berkovi`s
"Predicaments" oder Pascal FEOS` "PV-Records" trugen dazu bei, daß die beiden
Technokünstler ihre Sounddefinition einer immer größeren werdenden Zuhörerschaft
präsentieren konnten. Den endgültigen Durchbruch als Produzent schaffte Alex Bau
2004 mit der Veröffentlichung seines Debut-Albums „Connected“, dessen Tracks sich in
den Playlists zahlreicher Dj`s wiederfanden. Interessant dabei ist sicher die Tatsache,
dass gleichzeitig ein Chris Liebing zum Album gegriffen hat wie auch ein Pascal FEOS
oder Good Groove und viele weitere – allesamt Artists, die für einen eigenen Sound stehen. Volle Punktzahl daher auch für den Albumtitel „Connected“, denn der war dabei
ohne Zweifel Programm.
Mit Beginn des gemeinsamen Labels Toneman im Jahre 2000 begann gewissermaßen
auch die Solo-Tätigkeit von Alex Bau. Zwar sollte es noch bis zur Katalognummer 17 im
Jahr 2003 dauern, bis die erste Soloplatte von Alex auf dem eigenen Label erschien, die
parallel zu seiner ersten Mix-CD, der Toneman Labelcompilation "Propulsion" zur
Hochzeit des Labels inkl. europaweiter Tour veröffentlicht wurde. Bis dahin war sein
Name jedoch schon bekannt von Veröffentlichungen auf Chris Liebing`s CLR oder dem
Montrealer Label "Default Recordings". Montreal ist dabei eine Art Gradmesser für die
Entwicklung von Alex Bau als DJ. Innerhalb von 3 Jahren wurde er insgesamt vier mal
nach Montreal gebucht, zuletzt als Headliner im international bekannten Club Aria, als
er seine Mix-CD "Live at Aria / Montreal", einem Mitschnitt eines Sets aus dem Aria vom
Januar 2006, im Rahmen einer Releaseparty präsentierte – eine Party die in die
Montrealer Technogeschichte einging, wie schon sein Gig im Januar zuvor. Vielleicht
auch unterbewußt als kleines „Dankeschön“, in erster Linie aber aufgrund einer
eindrucksvollen Nacht in Halifax, benannte Alex Ende 2007 eine EP mit dem Namen
„C.A.N.A.D.A. EP“, welche dann auf CLR veröffentlicht wurde, und deren Titel „Summer
in Moncton“ und „Halifax Funk“ weltweit für Aufsehen und großartiges Feedback
sorgten. Die Platte wurde als Parabeispiel für zeitgemäßen, energiegeladenen Techno
bezeichnet, und fand sich in den Playlists unzähliger Dj`s wieder. 
Doch nicht nur in Montreal wurde Alex gerne wieder gebucht, es zieht sich wie ein roter
Faden durch sein DJ-Schedule der letzten Jahre, daß er an so manchen Orten immer
wieder hinter den Plattenspielern zu finden ist. Ein Zeichen dafür, daß er sein Handwerk
wohl versteht, egal ob er nun in den heimischen deutschen Clubs oder international
unterwegs ist. Clubs wie das Frankfurter "U60311", wo er unter anderem auch Teil des
Lineups der Closing-Night Chris Liebing`s allseits bekannten Partyreihe „Es ist
Freitagaaabend“ war, Münchens "Electric Delicate", das Würzburger "Airport", oder auch
der legendäre "Tresor" in Berlin zählen nicht nur zu den Aushängeschildern deutscher
Technokultur, sie finden sich auch auf der Giglist von Alex Bau wieder. Brasilien, USA,
Kanada, Japan, Holland, Serbien, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und die
Nachbarländer Österreich und die Schweiz sind parallel dazu einige der internationalen
Stationen auf dem Tourkalender von Alex, und egal wo, überall erleben die Besucher der
Parties eindrucksvoll um wieviel dynamischer, energiegeladener und vor allem
abwechslungsreicher Techno sein kann, wenn man nicht den gängigen Trends und
Stylediktaten hinterherläuft sondern einen Querschnitt von Minimal bis Techno, immer
in der richtigen Dosierung und im richtigen Moment in Form eines beständigen Auf-
und Abs zum Besten gibt. Immer alles unter Kontrolle, während die Party aus dem
Ruder läuft. Soll es nicht genau so sein?
Nach einem kurzen Intermezzo auf dem international sehr hoch angesehenen und
respektiertem Label „Zenit“ ist, auf dem schon Marco Carola, Adam Beyer, The Advent,
Gaetano Parisio und einige mehr veröffentlicht haben, scheint wie die logische
Konsequenz seiner bisherigen Aktivitäten, daß er sein Album „Credo“, das als Sublabel
von Zenit erschien, nun als sein persönliches Artistlabel weiterführt. Techno in seiner
puren, reinen Form, zwar mit vielen Gesichtern, aber immer druckvoll, energiegeladen, basslastig und vielseitig, diese Attribute treffen auch ohne Ausnahme auf alle
Produktionen von Alex zu, gerade aber auch für die auf seinem Label, wie z.B. „My
bleepy helloween“ oder „Bullet in your heart“. Minimale Tracks reihen sich in das
Gesamtbild genauso harmonisch ein wie Tracks, die geradezu dafür geschaffen sind zur
Peaktime den Club zu sprengen. Das hat sich mittlerweile auch zu einer Reihe
namhafter Kollegen herumgesprochen, wie natürlich Chris Liebing oder auch DUbfire,
Adam Beyer, Stephan Bodzin oder Charles Siegling aka Technasia, der Alex z.B. auch
zum Veröffentlichen auf seinem Sino-Label eingeladen hat. Das Feedback auf seine
Musik zeigt daß Alex spätestens seit 2008 zu dem erlesenen Kreis von Produzenten
gehört, die es ernst meinen mit Techno, und die mit ihrem Sound den Begriff „Techno“
definieren. Die Entscheidung von Alex in Zukunft nur noch für eine Handvoll namhafter
Labels wie CLR, Credo und Sino aktiv zu werden unterstützt dies zusätzlich. Qualität
statt Quantität. Techno kann viel, wenn man ihn nur lässt. Das ist das Credo. Sein
Credo.